Der Philosoph Heraklit hat lange über den natürlichen Prozess beständigen Werdens und Wandels philosophiert. Dies wurde später auf die populäre Kurzformel panta rhei („Alles fließt“) gebracht.

Das erinnert mich auch an das Jugendwort des Jahres 2014 „Läuft bei Dir“.

Wie denn jetzt? Laufen oder Fließen? Für mich klingen beide Zitate nach Leichtigkeit. Ohne große Anstrengung ist alles im Fluß, läuft, geht voran, komme ich weiter, mach ich mein Ding und ich kann loslassen.

Wenn es bei Dir läuft und alles fließt, brauchst Du jetzt nicht weiterlesen. Aber wenn Dir so Gedanken kommen wie:

  • Ohne Anstrengung? Ich will ja noch Karriere machen, da muss man auch mal etwas mehr geben.
  • Ich hab so viel zu tun, das muss ich organisieren, das kann ich nicht einfach so loslassen
  • Nur Übung macht den Meister, da muss man sich schon disziplinieren
  • Ich bin eh schon völlig überfordert.
  • Man muss auch durchhalten können

Die Dosis macht das Gift.

Stell Dir vor Du liegst ohne Anstrengung den ganzen Tag am Strand und das für mehrere Wochen hintereinander? Bist Du dann noch im Fluß? Ich wäre es nicht, ich drehe total durch, wenn ich nicht genug Bewegung habe.
Letzte Woche war ich an der Nordsee. Die Momente die ich völlig entschleunigt fand, in denen ich so richtig im Fluß war und völlig harmonisch mit mir und der Welt, waren während einer mehrstündigen Strandwanderung in einem ordentlichen Schritttempo. Das ist körperlich durchaus anstrengend und ein gutes Training für den Körper. Gleichzeitig war es völlig leicht und die Zeit verging wie im Fluge.
Es gab aber eine Zeit in meinem Leben in denen ich mich mit festem Trainingsplan früh morgens zum Joggen in den Wald gequält habe. Ich habe lange durchgehalten und mich wirklich angestrengt, ich hatte auch Trainingserfolge, aber ich brauchte auch unendlich viel Disziplin. Das fühlte sich alles ruckelig an und starr und kraftraubend. Ich musste erst loslassen (joggen / früh morgens) um Neues zu entdecken (walken / vormittags oder abends) um inzwischen auch wieder nur mit Genuß zu joggen wenn mir danach ist.
Ja, Du hast Recht, einen Marathon werde ich so nicht laufen können, aber das ist auch kein Herzenswunsch von mir.

 

Wie bleibt Dein Leben im Fluss?

Was macht ein Leben im Fluss überhaupt aus? Ein Fluss plätschert ja nicht nur so langweilig weiter.

Auf dem Weg von der Quelle zur Mündung fließt es unterschiedlich schnell. Das Leben darf auf und ab gehen und unterschiedlich schnell sein, aber am Ende eines Wasserfalls gibt es wieder eine ruhigere Phase. Nimm Dir Zeit für die Ruhe und Entspannung und lass es durchaus etwas langweilig werden. In dieser Phase entfaltet sich Deine Kreativität.

Das Flußbett verändert sich auf dem Weg. mal niedrig, mal tief, mal steinig, mal sandig. Wie gehst du mit Veränderungen um? Begrüßt Du sie? Veränderst Du selbst aktiv? Der Fluß findet aktiv Umwege, wenn der Weg nicht gradlinig sein kann. Wo hast Du das Gefühl es geht nicht weiter? Hinterfrage Deinen eingeschlagenen Weg.

Der Fluß läßt los, was in der Vergangenheit liegt. Beweg‘ Dich nicht gegen den Strom, in dem Du etwas fest hältst, schwimme mit dem Strom Deines Lebens.
Ich finde das Loslassen am schwierigsten, irgendwie komisch, oder?
Wenn es Dir auch so geht, komm doch am Donnerstag 10.03 18:30 in den Elfeshof. Dann geht es um Fließen und Loslassen.

Bis dahin eine kleine Übung für jeden Tag, um körperbewußt loszulassen:

  • Setz Dich aufrecht und bequem auf einen Stuhl oder ein Kissen am Boden
  • Halte die Oberarme entspannt am Oberkörper die Unterarme parallel zum Boden, die Handflächen zeigen nach oben
  • Balle beide Hände zur Faust
  • Nimm Dir Zeit den Rest Deines Körpers zu spüren
    Wo hast Du jetzt automatisch auch noch mit angespannt? Löse die Anspannung. Lass los!
  • Stell Dir vor, in jeder Deiner Faust sitzt ein kleiner Schmetterling. Die Schmetterlinge möchten fliegen. Spüre die Bewegung der Flügel in Deinen Händen.
  • Löse die Fäuste, öffne Deine Handflächen und lass die Schmetterlinge frei

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Alles fließt! Mit Leichtigkeit leben

  1. Liebe Vera, Wunderschön deine Bilder. Das Bild vom Fluss, der nach einem Wasserfall Ruhe braucht finde ich besonders Hilfreich. Danke dir!

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