Kennst Du diesen Ausspruch? Es ist eine kleine Szene aus dem Dschungelbuch. Der Tiger Shir Khan fragt die Schlange  Kaa nach Mogli und Kaa zeigt zerst ihren Anfang und das Ende. Dann fragt Shir Khan nach der Mitte und da Mogli in der Mitte eingerollt ist ist Kaa natürlich ertappt. Für mich ist diese Szene aber nicht wirklich in Worten zu beschreiben, denn es ist einfach dieser Wortlaut „Die Mitte? Ach so, die Mitte!“ der mit einer ganz bestimmten Sprachmelodie in meinem Kopf gespeichert ist.

Im Yoga beschäftigt mich die Mitte auch dauernd. Vieles was wir Yogalehrer in einer Stunde anleiten, ist in bestimmten Sätzen gespeichert, oft von den eigenen Lehrern übernommen, und schlummert nun teilweise sehr unreflektiert im eigenen Kopf, bis eines Tages irgendwas stört.

zwei typische Beispiele:

  • die Körpermitte stärken mit Bauchmuskelübungen z.B. Navasana (Boot)
  • Bauchnabelchakra (Manipura) in der Mitte des Körpers

Ganz klar – der Bauch ist die Körpermitte!

Und da kommt jetzt gerade mal mein mathematischer Sinn ins Spiel, der sich aus heiterem Himmel heute Morgen beim Aufwachen Gedanken darüber gemacht hat, dass meine Körpermitte eben nicht im Bauch liegt. Ich bin 168cm groß. Auf die Länge betrachtet ist die Mitte bei 84cm, da lande ich bei mir in der Leiste und auf der Höhe befindet sich dann doch eher mein Wurzelchakra. Außerdem ist mein Körper dreidimensional da gibt es ja noch mehr Werte zu beachten, als nur die Länge, aber müsste ich für den genauen Mittelpunkt jetzt den Mittelpunkt dort suchen, wo ich der Länge nach in die Mitte komme oder müsste ich nicht viel eher die jeweils weiteste Stelle an den Seiten und vorn und hinten insgesamt nehmen und von dort den Mittelpunkt suchen, dann könnte meine Körpermitte eventuell sogar außerhalb meines Körpers liegen….

Wie gut, dass wir Menschen alle verschieden sind, und wir uns deswegen entschieden haben, die Körpermitte nicht mathematisch zu bestimmen. Ich bin erleichtert, dann darf ich gewohnte Anleitungen beibehalten und mit Navasana die Körpermitte stärken. Navasana wird auch als liegende Asana klassifiziert und in vielen Stunden aus der Rückenlage aufgebaut. Ich beginne allerdings meistens im Sitzen.

  • Setze Dich aufrecht mit gebeugten Beinen, die Füße am Boden aufgestellt
  • Zieh Dein Sitzfleisch zur Seite oder nach hinten um Deine Sitzhöcker deutlich zu spüren
  • Lehne Dich mit gestrecktem Rücken und geöffnetem Brustkorb langsam nach hinten, bis Deine Füße sich fast automatisch vom Boden lösen, finde Dein Gleichgewicht
  • Strecke die Beine soweit es Dir möglich ist (in meinem Fall siehst Du im Bild, dass die Beine nicht sehr gestreckt sind)
  • Strecke die Arme nach vorn aus
  • Ganz wichtig – schenk Dir ein Lächeln!
  • Atme bewusst gleichmäßig, langsam und tief
  • nun kannst Du noch variieren, indem Du die rechte Hand zur Linken herüber nimmst, und die Handflächen aneinander legst und danach das Gleiche zur anderen Seite

Ich mag Navasana, und Du?

 

2 Gedanken zu „Die Mitte? Ach so, die Mitte!

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