gestrecktes Dreieck 1

Meine Yogalehrerin leitet das gestreckte Dreieck (Utthita Trikonasana) an. Ich begebe mich in mein Schicksal. Trotz jahrelangem Yoga bin ich nicht da wo ich sein will in den Dreieckshaltungen und manchmal beobachte ich einige meiner Schüler mit Bewunderung wenn sie so herrlich geerdet und standfest im Dreieck stehen.

Es heißt, das gestreckte Dreieck (Utthita Trikonasana) hilft die Welt aus einem neuem Blickwinkel zu sehen und offen zu werden für Neues. Außerdem sind Standhaltungen gut um Erdung aufzubauen, gleichzeitig zeigt sich im Dreieck die mangelnde Erdung recht deutlich. An der Erdung arbeite ich noch, aber heute möchte ich mich dem Dreieck auch noch mal mit anderen Blickwinkeln befassen.

Wie geht das richtig und was will ich eigentlich erreichen?

Utthita Trikonasana wird in den unterschiedlichen Varianten gelehrt, die immer abhängig vom Fokus sind.
Also gut, was will ich?
Ich will mit der linken Hand an den linken Fuß, stabil stehen und trotzdem meine Hüfte aufdrehen. Und warum will ich das?
Weil das so toll aussieht auf den ganzen Fotos im Internet! (Hä?) Oder vielleicht, weil die Übung immer so angesagt wurde und ich ansonsten noch nie drüber nachgedacht habe? Oder vielleicht weil es sich sehr gut anfühlt, dass ich – inzwischen – ganz bewußt den Oberkörper sinken lassen kann anstatt mich wie ein nasser Kartoffelsack zur Seite fallen zu lassen und dabei (koste, was es wolle) die Hand nach unten zu bringen.

Zu meinen Anfängerzeiten sah mein Dreieck eher so aus:

Die Hand musste ganz runter! Dass ich dabei die Hüfte nicht mehr aufdrehen konnte, der Rücken eher rund wurde und die Stabilität daher kam, dass ich mich auf die Finger mit aufgestützt habe, hab ich noch nicht verstanden.
In der Beobachtung sehe ich auch manchmal eine Haltung mit extremen Hohlkreuz und völlig verdrehtem Nacken:

Gedacht ist das gestreckte Dreieck um sich in einem stabilen Stand in die Weite zu dehnen und den Oberkörper zu drehen. Dabei wird die Bauch-, Flanken, und Beckenbodenmuskulatur gekräftigt, sowie die Flanke gedehnt und die seitliche Hüftflexibilität erhöht.

Da steckt wirklich viel drin im gestreckten Dreieck:

  • stabiler Stand
    • Wie weit stehen die Füße auseinander?
    • Wie weit drehe ich die Füße aus/ein, damit die Knie nicht verdreht werden?
    • Woher nehme ich die Kraft im Stand?
  • Weite
    • wie kann mein Atem meine Weite unterstützen?
    • Wo im Körper kann ich insgesamt mehr Weite erreichen?
  •  Hüftflexibilität
    • Wann beginnt die Hüfte nach innen (vorn) zu drehen?
    • Was muss ich tun, um „gegen zuhalten“?
  • Flanke dehnen
    • Wie unterstütze mich die Armhaltung in der Dehnung?
    • Was verändert sich, wenn ich die Rippen noch weiter auseinander ziehe?

Für mich, habe ich herausgefunden, ist für den stabilen Stand die Fußstellung sehr ausschlaggebend und das wird mein Fokus in der nächsten Woche sein. Und für die Flankendehnung habe ich entdeckt, dass ich das ganz wunderbar am Schreibtisch üben kann:

  • einen Moment inne halten
  • den Stuhl nach hinten rücken
  • die Füße bewußt aufstellen
  • Sitzhöcker wahr nehmen
  • langsam zur Seite neigen
  • immer wieder kontrollieren, dass noch beide Sitzhöcker am Stuhl sind
  • und dann natürlich auch die andere Seite

Simpel und effektiv.

Vielleicht wird das gestreckte Dreieck ja doch noch meine Lieblingsübung.

Magst Du das Dreieck?

 

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