Kannst Du gut kommunizieren? Sagst Du immer was Du denkst? Weißt du überhaupt immer was du denkst und weißt du immer genau was du fühlst?

Über das Halschakra (Vishudda) mit seinen Themen Klarheit und Wahrheit zu schreiben fällt mir nicht leicht. Ich lüge nämlich. Das hätte ich gern verschwiegen, aber das wäre ja auch wieder nicht die Wahrheit. Ich möchte gern ein guter Mensch sein, ist ein Lügner ein guter Mensch?
Dabei geht es nicht mal um „große Lügen“, mit völlig erfundenen Geschichten, falschen Produktinformationen und fehlenden Gefahrenhinweisen oder ähnlichem, sondern um ganz viele Kleinigkeiten. Und wahrscheinlich kennst Du auch solche Momente:

  • Die Ausrede „ich muss noch arbeiten“ wenn Du keine Lust hast, mit den blöden Freunden des Partners auszugehen?
  • „Es geht mir gut“, einfach weil Du keine Lust hast, zu erklären, was grad schief läuft und wie Du Dich wirklich fühlst
  • „Nein, das macht mir nix aus“, obwohl Du stinksauer bist, weil es schon wieder Überstunden werden.

Bei solchen Unwahrheiten entscheide ich mich oft sogar sehr bewußt für die Lüge, weil es einfacher ist, gar keine Zeit wäre, meine Gefühle auszudrücken oder weil mir der Job wichtig ist. Aber noch viel schlimmer ist es, dass ich oft ganz unbewusst nicht mit der Wahrheit herauskomme, meine Gefühle unterdrücke, einfach weil ich gar nicht so genau weiß, was ich will oder nicht will und mir völlig unklar bin.

Während ich dies schreibe hat sich ein Kloß im Hals gebildet. Wie interessant, dass sich ausgerechnet in diesem Moment mein körperliches Signal für Zurückgehaltenes oder Unklares meldet. Kennst Du das auch, diesen Kloß im Hals? Als Kind hatte ich das besonders oft, wenn ich mir eine „Standpauke“ anhören musste. Und der Grund war entweder, dass ich nicht klar zugeben konnte, dass ich da was verkehrt gemacht hatte (obwohl ich völlig bewußt gegen Regeln verstoßen hatte, und genau diese Seite von mir wollte ich nicht zeigen), oder aber, dass ich mich völlig ungerecht behandelt fühlte, weil mir nicht klar war, was ich denn verkehrt gemacht hatte, aber aus Angst auch nichts sagen konnte.
Jetzt gerade zeigt mir mein Kloß, dass ich euch eben auch diese andere Seite von mir nicht so gern zeigen möchte: die ängstliche Seite. Ja, ich habe Angst, dass ihr belächelt was ich schreibe, dass ihr über meine Verletztlichkeit lacht, dass ich mich durch meine Offenheit angreifbar mache und wenn ich jetzt etwa meditiere, kommt da auch sicherlich noch mehr raus.

Um meine Wahrheit klar zu erkennen hilft mir eine Meditation. Ich fange einfach an, benenne Dinge klar und deutlich, benenne, was ich im Körper spüre und kann mich dann auch auf Tieferes einlassen.

Für Dich zum Üben heute eine kurze Meditation um in Klarheit innerlich Dinge zu benennen.


Wenn Du tiefer gehen magst und Dich allein nicht traust – sprich mich einfach an. Ich unterstütze Dich gern.

 

Ein Gedanke zu „Klar (und wahr) gesprochen

  1. Jou.. eine gradwanderung. Lüge ich aus angst heraus dass mir etwas geschieht? Lüge ich., weil ich Angst habe jemand anders zu verletzen?
    Ich versuche immer mal wieder aufrecht durch das Leben zu gehen.. manchmal gelingt es. Ich übe weiter.
    Ich hoffe, dass ich mit den erfahrungen, dass authentisch sein mich nicht tötet., mutiger und authentischer werde..

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