Während in manchen Yogastilen eine ganz klare Abfolge von Asanas eingehalten wird, die nur wenig variiert, habe ich Yoga als sehr flexibel kennen gelernt. Natürlich gibt es Wiederholungen und einen ähnlichen Ablauf und doch ist  jede Stunde etwas anders, mit einem anderem Schwerpunkt. Und so wie ich es kennengelernt habe, praktiziere ich auch selbst und unterrichte.
Und dadurch kommt es vor, dass ich bestimmte Asanas in meiner eigenen Praxis eine Weile nicht geübt habe,  und irgendwann, ganz plötzlich,  schiebt sich dieser Gedanke in den Vordergrund:
Matsyasana, Jetzt!
Man sagt, der Fisch öffnet das Herz, baut emotionale Spannungen ab und gibt ein Gefühl  der Freiheit und Offenheit. Ich empfinde vor allen Dingen Freude und ich hab auch immer sofort ein inneres Lachen, weil ich, sobald ich in der Position ganz angekommen bin dieses Bild im Kopf habe. Ich sehe lustige bunte Comic-Fische, die ihr Maul langsam öffnen und wieder schließen, eine ebenfalls bunte Meerjungfrauen mit Kußmund und diesen gaaanz großen dicken Fisch, der schon älter wirkt und jede Luftblase die aufsteigt, scheint ganz besonders zu sein.
Du merkst schon, ich mag den Fisch, auch wenn ich ihn eine Weile in meiner Praxis vernachlässigt hatte.

Für manche meiner Schüler ist der Fisch allerdings eine riesige Herausforderung, wegen des Nackens, weil die Brustmuskeln sehr verkürzt sind oder die Schultern verspannt und gerade dann ist es gut zu üben, allerdings mit besonders viel Achtsamkeit. Bei Problemen im Nackenbereich oder Schwindelgefühlen sollte diese Übung nur sehr sanft geübt werden. Eine wunderbare Variante ist der passive Fisch bei dem wir zum Beispiel eine aufgerollte Decke unter den oberen Rücken legen, so dass auch der Hinterkopf mit aufliegt. Wenn dann die Arme zur Seite sinken, kannst Du die sanfte Dehnung in Deinem Brustraum genießen und mit jedem Atemzug genau die Weite im Herzraum schaffen, die für Dich gerade passend ist.
Bei Bluthochdruck oder einem Bandscheibenvorfall ist es besser auf diese Asana zu verzichten und auch bei Schilddrüsen-Problemen nur nach Absprachen mit einem Arzt üben.

So baue ich die Asana auf

  • In der Rückenlage stell Deine Füße auf und nimm Dir einen Moment Zeit Deine Rückseite zu spüren.
  • Ziehe Deine Schulterblätter zusammen
  • Hebe Dein Gesäß an und lege die Arme flach unter Deinen Körper, die Handflächen am Boden
  • Lege Dein Gesäß wieder ab und strecke die Beine am Boden aus
  • Drücke Deine Ellenbogen fest in den Boden und heb den Oberkörper an, so dass Du zu Deinen Füßen schauen kannst.
  • Schiebe Dein Brustbein weit nach oben und leg den Kopf zurück
  • Rutsche so weit zurück, dass Du Deinen Scheitelpunkt am Boden absetzen kannst. Gerade wenn Dein Nacken nicht sehr stark ist, achte darauf, dass die Kraft in den Armen die Übung stützt.
  • Genieße Deine Öffnung für ein paar Atemzüge

Erzähl mir, ob Du den Fisch magst, und wenn nicht, was Dich stört, denn auch zum Fisch gibt es jede Menge Alternativen und Vorbereitungen

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